| » Umweltgemeinde Kammerstein: Moorgebiet im Heidenberg wird Öko-Fläche | | Meldung vom: 11.12.2020. | Herausgeber: Gemeinde Kammerstein |
An einem nasskalten Morgen Ende November haben sich sechs Personen im nördlichen Heidenberg getroffen, um eine wichtige Weichenstellung der Gemeinde vorzubereiten: Ein großer Teil eines etwa vier Hektar großen Waldstücks im nördlichen Heidenberg unweit von Haag, das der Gemeinde Kammerstein gehört und den Flurnamen „Am Moos“ trägt, soll in eine offizielle Öko-Fläche umgewandelt werden.
Ein Teil des ökologisch aufzuwertenden Waldstücks wird dabei zur Ausgleichsfläche für den Neubau der Grundschule in Kammerstein, der Rest der Fläche wird auf das neugegründete Öko-Konto der Gemeinde „eingezahlt“. Einzelheiten dieses Vorhabens besprachen der Kammersteiner Bürgermeister Wolfram Göll, Marius Eberlein vom Kammersteiner Bauamt, Andreas Barthel vom Landschaftspflegeverband Schwabach, Ruth Schleicher von der Unteren Naturschutzbehörde (LRA), Monika Duschinski vom Ingenieurbüro Klos sowie Revierförster Peter Helmstetter.
Das Besondere an dem gemeindlichen Waldgebiet „Am Moos“ sind zwei Phänomene: Im oberen, südlichen Teil besteht ein natürliches Niedermoor mit einer Mächtigkeit von bis zu einem Meter. Dieses Moor ist bereits in alten Karten und Beschreibungen zu finden, allerdings hat das Moor jahrzehntelang darunter gelitten, dass hier einst ein Entwässerungsgraben gezogen wurde – offenbar mit dem Ziel der Austrocknung. Dieser Graben wird nun verfüllt, damit das Moor weiter natürlich wachsen kann.
Die genaue aktuelle Ausdehnung des Moores wird noch ermittelt. Die Fläche wird mit typischen Moorpflanzen, die auch zur Gegend passen, angereichert. Allerdings will man auch mit der Entnahme hoher Nadelbäume im Umfeld vorsichtig vorgehen, um dem Moor den Schattenschutz nicht zu nehmen, zumindest nicht allzu abrupt. Moore und beispielsweise die dazugehörenden Tümpel sind sehr wertvolle Lebensräume für allerhand spezialisierte Tiere und Pflanzen. Außerdem sind Moore natürliche Wasserspeicher, besonders wertvoll in Zeiten des Klimawandels und allgemein zurückgehender Niederschläge.
Zweite Besonderheit des Waldstücks: Bei einem Sturm im Sommer 2019 ist im unteren, nördlichen Teil, angrenzend an den hier aufgestauten Mainbach, der bisherige „Steckerleswald“ aus Kiefern und Fichten großteils umgeknickt. Die umgestürzten Bäume wurden bereits durch Revierförster Helmstetter entfernt. Hier bietet sich eine Neubepflanzung an, vor allem mit einheimischen Laubbäumen. Mehr als 100 kleine Stiel- und Traubeneichen sprießen hier bereits von selbst.
Ein weiterer Teil der Gesamt-Waldfläche bleibt vorläufig unverändert. In diesem ist der „Steckerleswald“ im Wesentlichen gesund und intakt, hier sind weder nennenswerte Sturmschäden zu verzeichnen, noch gibt es hier Anzeichen für ein Moor oder ähnliche außerordentliche Naturphänomene. Daher hat man sich darauf verständigt, dieses Stück vorläufig so zu belassen – zumal es bei den derzeit äußerst niedrigen Holzpreisen sinnlos wäre, große Mengen Holz auf den Markt zu werfen.

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