| » Jahresbilanz: Viel Positives auch im Corona-Jahr 2020 | | Meldung vom: 17.12.2020. | Herausgeber: Gemeinde Kammerstein | Die Corona-Pandemie hat das kulturelle, wirtschaftliche und soziale Leben stark beeinträchtigt – wie überall, so auch in unserer Gemeinde: So sind alle Kirchweihen ausgefallen, außer dem Aufstellen der Kirchweihbäume und den Festgottesdiensten. Zudem mussten wir den Waldmarkt absagen, das Sagenfest und so weiter. Die ausgefallenen Feste, die Kontaktbeschränkungen und die Lockdown-Maßnahmen haben insbesondere den menschlichen Kontakt stark eingeschränkt, der informelle Austausch in lockerer Atmosphäre ist weitgehend ausgefallen.
Aber einige Dinge sind mir in diesem Jahr doch sehr positiv aufgefallen – einmal im Zusammenhang mit Corona: So haben Nachbarn, Freunde und Verwandte zusammengeholfen, um während des Lockdowns die Versorgung älterer und kranker Mitbürger sicherzustellen. Ein Vorbild des Zusammenhalts und praktisch gelebter Solidarität!
Insbesondere danke ich allen Bürgern recht herzlich, dass sie die – manchmal auch lästigen – Corona-Schutzmaßnahmen stets klaglos und genau eingehalten haben. Auch haben sich die liebevoll entworfenen und akkurat umgesetzten Hygiene-Konzepte der Kulturveranstalter, der Gastronomie und der Gemeinde gut bewährt, was leider einen zweiten (Teil-) Lockdown nicht verhindern konnte.
Besonders freut mich, dass der leidige Streit in der Gemeinde um den Neubau der Grundschule, der sich unter anderem in peinlichen Leserbrief-Schlachten im Tagblatt niedergeschlagen hatte, beigelegt ist. Nach meiner Wahrnehmung ziehen jetzt alle an einem Strang, damit der Neubau jetzt so rasch und so gut wie möglich realisiert wird. Ein sehr gutes Zeichen!
Derzeit laufen vier Planungs- und Genehmigungsprozesse gleichzeitig: Die europaweite VgV-Ausschreibung für die Durchführungsplanung, die Bauleitplanung, die Baugenehmigung und der Zuschussantrag bei der Regierung von Mittelfranken. Das ambitionierte Ziel lautet weiterhin, dass im September 2022 die ersten Schüler in der neuen Schule unterrichtet werden können. Hoffentlich schaffen wir das!
Das neue und großzügige Bürgerhaus ist jetzt vollständig nutzbar, nur einige Restarbeiten sind noch zu erledigen. Es ist ein sehr schönes, aber auch sehr teures Vorzeigeprojekt, das unsere kleine Gemeinde ziert und auszeichnet. Ohne das Bürgerhaus hätten wir unsere Gemeinderatssitzungen mit den vorgeschriebenen Corona-Abständen nicht abhalten können. Zudem konnten zwei Theater-Inszenierungen, einige Konzerte und ein paar weitere Veranstaltungen stattfinden. Doch seit November ist im Bürgerhaus in Sachen Kultur wieder Stillstand – vermutlich bis weit ins Frühjahr 2021 hinein.
Die Gemeinde hat 2020 kräftig investiert – nicht nur ins Bürgerhaus, die Grundschul-Planungen und in die üblichen Straßenreparaturen, sondern auch in die Sicherheit für Leib und Leben, Hab und Gut der Bürgerinnen und Bürger: Rund 270.000 Euro für das neue Löschfahrzeug der Feuerwehr und 200.000 Euro für den neuen Unimog des Bauhofs, der vor allem für den Winterdienst benötigt wird. Also insgesamt eine knappe halbe Million für Sicherheit und Lebensrettung, aber auch für den Schutz der Mannschaften: Das finde ich sehr erfreulich!
Zwei neue Kindertagesstätten in Poppenreuth und Barthelmesaurach setzen Zeichen: Die Bauernhof-Kita in Poppenreuth, die erste derartige Einrichtung im weiten Umkreis, hat nach einer rekordverdächtig schnellen Bauzeit bereits Anfang September ihre Tore geöffnet! Die neue Kita von Diakoneo in Barthelmesaurach wird im September 2021 eröffnen.
Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass in unserer großen gemeindlichen Kita mit ihren zwölf Gruppen wie auch in der recht beengten bestehenden Grundschule mit sechs Klassen in fünf Klassenzimmern hervorragende Arbeit geleistet wurde und wird: Gerade angesichts der Corona-Problematik standen die Beschäftigten hier vor gravierenden Problemstellungen, die sie aber in vorbildlicher Weise meisterten. Herzlichen Dank dafür allen unseren Erzieher(inne)n und Lehrer(inne)n!
Die dringend notwendige, mehrere Jahre umfassende Modernisierung des Abwassersystems hat mit dem Bau der Druckleitung Barthelmesaurach-Mildach hin zum Aurachtalsammler einen großen Schritt vorwärts gemacht. Als nächstes wird die Kläranlage Barthelmesaurach umgebaut zu einem Pumpwerk mit Regenüberlaufbecken. In diesem Zusammenhang geht ein Dank an Staatsregierung und Landtag, die die dringend benötigte Regelung zur Förderung von Wasser- und Abwasserbaumaßnahmen (RZWas) nach deren Auslaufen mitten in Corona-Zeiten neu aufgelegt haben. Allein könnte unsere kleine Gemeinde diese gewaltigen Ausgaben kaum schultern, die Bürger würden zu stark belastet.
Die Neuordnung der Verwaltungs-Zuständigkeiten im Rathaus zum 1. Juli hat sich bewährt, finde ich. Dabei haben wir zwei Sachgebiete geschaffen. Das führt dazu, dass bestimmte Aufgaben und Verantwortungsbereiche klar zu bestimmten Beschäftigten zugeordnet werden. Doppelarbeiten werden dadurch vermieden.
Sehr froh bin ich auch über die Reaktion der Bevölkerung, die mit Vertrauen und überwältigender Offenheit auf mich als neuen Bürgermeister zugeht und mir ihre Anliegen sehr offen und direkt schildert – unter anderem bei unseren neu eingeführten Bürgersprechstunden. Manche der Probleme und Anliegen, die an uns herangetragen wurden, konnten wir bereits rasch lösen, andere dauern etwas, wieder andere können wir als Gemeinde schlicht nicht lösen – auch da muss man ehrlich sein.
Insbesondere freue ich mich sehr über die sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit meinen Bürgermeister-Stellvertretern Andreas Lippert und Christian Böhm, aber auch mit den Bürgermeistern der Nachbargemeinden – völlig unabhängig von deren politischer Farbe – sowie dem Landratsamt.
Lieber Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich wünsche Ihnen von Herzen eine gesegnete, besinnliche und erholsame Weihnachtszeit sowie einen guten Start ins neue Jahr 2021!
Wolfram Göll
Erster Bürgermeister
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